Auszubildende in der Schweiz

Erfolgreiches Austauschprojekt schafft Einblicke in die Schornsteinfegerwelt des Anderen. Berufsbildende Schule in Kaiserslautern unterstützt den LIV Rheinland-Pfalz bei seinem Auslandsengagement .

Durch ein gemeinsames Projekt von Schornsteinfegern aus der Schweiz und dem LIV Rheinland-Pfalz konnten acht jugendliche Auszubildende in die jeweils andere Schornsteinfegerwelt schnuppern. Für 14 Tage waren Auszubildende aus Rheinland-Pfalz in vier Schornsteinfegerbetrieben  in den Schweizer Kantonen St. Gallen, Appenzell  und Thurgau zu Gast. Dort war im 9-Stunden-Tag körperlich anstrengende  Arbeit angesagt: In der Schweiz reinigen die Schornsteinfeger sämtliche Feuerstätten – ob Öl, Gas oder Festbrennstoff. Auszubildender Andre Fels aus Idar-Oberstein war in einem Betrieb im Kanton Appenzell und schilderte begeistert von seiner Arbeit in einem Schweizer Betrieb: „So viele Kachelöfen werde ich sicher in meinem ganzen Leben nicht mehr reinigen“. Nicht nur er hat während des Aufenthaltes in der Schweiz neben vielen beruflichen Erfahrungen vor allem nette Kolleginnen und Kollegen kennengelernt. Mit großen Engagement haben sich sowohl in der Schweiz als auch in Rheinland-Pfalz die beteiligten Gastbetriebe  eingebracht.  So waren die Schweizer Auszubildenden – in der Schweiz treffend als Lernende  bezeichnet – beeindruckt von der Vielseitigkeit der beruflichen Tätigkeiten deutscher Schornsteinfeger. Hier war es vor allem das Thema Gebäudeenergieberatung, das auch bei den Schweizer Betriebsinhabern auf großes Interesse stieß.

 

Am 3. und 4. März fand der erste Auszubildendenaustausch mit der Rückkehr der deutschen Auszubildenden in das Berufsausbildungszentrum nach Kaiserslautern sein vorläufiges Ende. Alle Auszubildenden, die Gastbetriebe und Projektverantwortlichen trafen sich zum freundschaftlichen Miteinander in geselliger Runde im LIV-Haus. Bis spät in die Nacht wurden Anekdoten erzählt, von Erlebnissen berichtet, über berufliche Eigenheiten der jeweils anderen Fegerwelt diskutiert und gemeinsame Pläne für die Zukunft geschmiedet. Fragt man die Auszubildenden, egal ob aus der Schweiz oder die Azubis aus Rheinland-Pfalz, würden alle sofort wieder mitmachen!

Auszubildende in der Schweiz

Azubis mit Projektteam und Gasteltern

 

Für die Projektleiter Rene Zünd vom Berufs- und Weiterbildungszentrum am BTZ in Rorschach-Rheintal und für Oberstudienrat Michael Rihlmann von der Berufsbildenden Schule in Kaiserslautern  haben sich Zeit, Mühe und Aufwand während der Planung und Vorbereitung jetzt schon gelohnt, denn das erfolgversprechende Projekt wird im kommenden Jahr fortgesetzt. Unterstützt vom LIV Rheinland-Pfalz und gefördert von Movetia, einem ausschließlich von Schweizer Seite finanzierten Austauschprogramm, wird das Projekt „Kaminkehrer trifft Schornsteinfeger“ auch künftig wichtiger Bestandteil beruflicher Bildung in beiden Ländern sein. Hilfe erfuhren die Projektverantwortlichen von der Mobilitätsberaterin der Handwerkskammer der Pfalz, Francesca Venturella, die  mit ihrer Auslandserfahrung gute Tipps geben konnte. Von dort kam auch die Zusage, den Auszubildenden ein Europass-Zertifikat auszustellen, was bei künftigen Arbeitsplatzbewerbungen von Vorteil sein kann.

Für das erste Austauschprojekt fand am 5. April eine Abschlussbesprechung im schweizerischen Rorschach bei St. Gallen statt. Vertreter der beiden Schornsteinfegerverbände sowie der beiden beruflichen Schulen haben berichtet und die Projektfortsetzung besprochen. Dabei  wurde auch der mögliche Austausch von Lehrern an den beiden Schulen geplant. Auch ohne offizielle Bilanzierung ist aber jetzt schon klar, das auch künftig ein Schüleraustausch mit der Schweiz stattfinden wird – die Förderanträge für 2019/2020 sind schon gestellt. Abgesehen davon sind Freundschaften entstanden, die lohnen, immer wieder gerne an den Bodensee und nach Kaiserslautern zu fahren!