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Unsichtbares Gas birgt große Gefahren


Das Risiko einer Kohlenmonoxid-Vergiftung können Schornsteinfeger entscheidend vermindern



RHEINLAND-PFALZ. Die Frau hatte keine Chance. Der Feind war unsichtbar, leichter als Luft und geruchlos. Aus einem nicht einwandfreien Durchlauferhitzer drang das giftige Gas Kohlenmonoxid (CO) ins Badezimmer der 43-Jährigen, die Neuwiederin wurde bewusstlos und starb wenig später im Krankenhaus.

Dieser tragische Todesfall Anfang Januar durch die Vergiftung mit dem extrem gefährlichen Gas - weniger als ein Prozent davon in der Atemluft kann tödlich sein - ist in Deutschland aber eher Ausnahme als Regel. Denn bundesweit sterben jährlich weniger als zehn Menschen an einer CO-Vergiftung zu Hause. In Rheinland-Pfalz wird wegen der niedrigen Fallzahl keine Statistik über Tod durch Kohlenmonoxid geführt.


 
Zahlen sind sehr niedrig


Allerdings, so der Sprecher Jürgen Hammerl, umfassen diese Daten nicht nur CO-Unfälle mit Todesfolge. Deren tatsächliche Zahl liege also noch niedriger.

Dass es so ist, dafür sorgen die regelmäßigen, gesetzlich vorgeschriebenen Überprüfungen, die die Schornsteinfeger an Gasfeuerstätten durchführen, sagt Michael Arndt. Der Obermeister der Schornsteinfeger-Innung Koblenz, die als zweitgrößte in Rheinland-Pfalz auf dem Gebiet des ehemaligen Regierungsbezirks rund 150 Schornsteinfeger zu ihren Mitgliedern zählt, betont: "Diese Überprüfungen, etwa die Abgaswegeüberprüfung an Gasfeuerstätten, dienen der präventiven Gefahrenabwehr und sind ein wesentlicher Sicherheitsfaktor."

Nach der  Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO) müssen die traditionellen Gasheizungen - solche mit offener Verbrennungskammer etwa - mindestens einmal im Jahr überprüft werden. "Bei modernen Heizungen beträgt das Prüfungsintervall zwei Jahre. Zu diesen Anlagen zählen etwa die raumluftunabhängigen Gas-Brennwertfeuerstätten", erklärtArndt den Unterschied.

Eines der wichtigsten Mittel, um eine CO-Vergiftung nicht zuzulassen, ist das Messen des Kohlenmonoxid-Gehalts. Liegt dessen Wert - in der Einheit "ppm" ausgedrückt - unter 500, ist die Anlage in Ordnung, erklärt der Bezirks-Schornsteinfegermeister. Bei einem Wert zwischen 500 und 1000 ppm ist der CO-Gehalt bereits so hoch, dass empfohlen wird, die Anlage von einem Fachinstallateur warten zu lassen. "Eine konkrete Handhabe haben wir hier allerdings nicht - die Verantwortung liegt in den Händen des Anlagebetreibers." Man sollte diese Empfehlung aber ernst nehmen, sagt Arndt mit Blick auf den Todesfall in Neuwied.

Denn dieser hätte durchaus vermieden werden können. Bei den Überprüfungen des Gasdurchlauferhitzers hatten die Schornsteinfeger lautArndt empfohlen, das Gerät warten zu lassen: "Diese Wartungsempfehlung wurde zwei Jahre nacheinander ausgesprochen." Doch es passierte nichts.

Übersteigt der CO-Wert 1000 ppm, ist die Heizung nicht betriebssicher. Der Betreiber muss dann unverzüglich einen Fachmann mit der Wartung beauftragen. "Wenn wir noch einen Abgasrückstau feststellen, muss die Anlage sofort stillgelegt werden", betont Arndt.

Im Kampf gegen CO-Vergiftungen ist auch die Untersuchung der Abgaswege wichtig. Mit einem Endoskop stellen die Schornsteinfeger fest, ob etwa Schmutz oder Spinnengewebe die Kanäle nicht verengen. "Denn sonst können die Abgase zurück in den Raum dringen."

Vollständige Verbrennung

Die Bewohner müssen außerdem darauf achten, dass die Zuluftöffnungen von Heizungen immer frei sind. Arndt erklärt: "Eine Heizung braucht Sauerstoff, damit das Gas vollständig verbrennen kann. Verbrennt es nicht vollständig, kommt es zum Ausstoß von Kohlenmonoxid." So dürfen die Schächte auf keinen Fall zugeklebt werden. Auch dürfen sie - etwa im Badezimmer - nicht mit Wäsche oder Bademänteln zugehangen werden. Ein Umstand, der in Neuwied wohl auch dazu beigetragen hat, dass sich der CO-Gehalt kritisch erhöhte.

Dass ein im Gesetz verankertes Kontrollsystem durch Schornsteinfeger unverzichtbar im Kampf gegen das tödliche Gas ist, belegt laut Arndt auch ein Blick auf die Nachbarn. In Frankreich etwa liegen die Kontrollen in der Eigenverantwortung der Wohnungsbesitzer. Mit fatalen Folgen: Jährlich werden rund 6000 Franzosen mit einer CO-Vergiftung behandelt, rund 500 Menschen sterben.
 

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