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Schornsteinfegerhandwerk: Kehr- und Überprüfungspflicht in Europa


Eine Kehr- und Oberprüfungspflicht für Feuerungsanlagen (Schornsteine, Abgasleitungen, Verbindungsstücke und Feuerstätten) gibt es nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern. Lediglich der Vollzug wird dort anders bzw. gar nicht geregelt.

So werden in Norwegen und Schweden Schornsteinfeger von der Kommune fest angestellt, die dann in deren Auftrag die der Kehr- und Oberprüfungspflicht unterliegenden Arbeiten erfüllen. Die Kommune kassiert die fälligen Gebühren zusammen mit den auf das Grundstück zu erhebenden Steuern. Auch in Dänemark beruft die Kommune einen Schornsteinfeger und überträgt ihm die kehr- und überprüfungspflichtigen Aufgaben. In einigen westeuropäischen Ländern (z. B. Belgien und Frankreich) gibt es eine Kehrpflicht. Der Vollzug wird im Einzelfall von der Feuerversicherung kontrolliert. Bei fehlendem Nachweis über die Einhaltung der Kehrpflicht erhöht sich die Prämie für die Feuerversicherung deutlich (um ca. 50 %), oder der Versicherungsschutz wird ganz versagt. In der Schweiz und in Österreich sind den Schornsteinfegern die kehr- und überprüfungspflichtigen Aufgaben übertragen worden. In Polen, der Tschechei und Ungarn gibt es auch die Kehrpflicht. Schornsteinsteinfeger sorgen durch periodische Reinigungs- und Überprüfungsarbeiten für deren Einhaltung. Selbst in den Vereinigten Staaten von Amerika werden Schornsteine regelmäßig durch Schornsteinfeger gekehrt.

In europäischen Ländern, in denen eine Überprüfungspflicht der Feuerstätten nicht staatlich vorgeschrieben ist, sprechen die Zahlen von Kohlenmonoxidvergiftungen eine mehr als deutliche Sprache.

Die belgische Botschaft in Berlin antwortete auf die Frage nach Kohlenmonoxidopfern in ihrem Lande (Zitat): "In Belgien gibt es jährlich etwa 150 Opfer durch Kohlenmonoxidvergiftungen zu beklagen. Die Ursache ist auf Schornsteine, die nicht regelmäßig gefegt werden, auf schlecht gewartete Ofen oder Brenner oder auf eine unzureichende Belüftung von beheizten Räumen zurückzuführen. Ähnlich zeigt sich das Bild in Großbritannien; die britische Botschaft in Berlin antwortete (Zitat): "Von 1989 bis 1998 gab es 533 Todesfälle auf Grund von Kohlenmonoxidvergiftungen durch Beheizungsgeräte im Vereinten Königreich. Die Ursachen waren: unzulängliche Belüftung der Aufstellräume, verstopfte oder undichte Rauchabzüge bzw. schlecht gewartete Schornsteine oder fehlerhafte bzw. defekte Heizungsanlagen.

Während der Delegiertentagung des Schweizer Kaminfegermeister- Verbandes referierte Ralph Willing aus dem Elsass. Er stellte dar, dass in Frankreich jedes Jahr mehr als 400 Tote und weitere 8 000 Opfer in Folge von Kohlenmonoxidvergiftungen zu beklagen sind. Festzustellen bleibt generell für Frankreich, dass die Verschmutzung innerhalb der Abgasanlage den häufigsten Grund für Unfälle mit Kohlenmonoxid darstellen. In einer Budapester Zeitung vom 25. 10. 2002 war zu lesen, dass mehrere zehntausend Schornsteine in der ungarischen Hauptstadt eine Gefahr für die Bewohner sind. Die Heizsaison hatte zum Zeitpunkt der Meldung zwar kaum begonnen, doch hatte es die ersten schweren Unfälle wegen schlecht gewarteter Öfen und Schornsteine gegeben. Experten befürchteten, dass sich die Gefahr der Kohlenmonoxidvergiftungen weiter erhöhen wird, wenn Nachtfröste aufträten.

In den Zahlen des (deutschen) statistischen Bundesamtes werden speziell keine Kohlenmonoxid Tote ausgewiesen.Geht man aber davon aus, dass Tote aus kontrolliertem Feuer Kohlenmonoxidopfer sind, belaufen sich die Zahlen absolut auf:

1998 = 9



1999 = 3



2000 =1


Fazit: Die Ursache für Kohlenmonoxidvergiftungen im europäischen Ausland liegt hauptsächlich an nicht überprüften Feuerungsanlagen. Der verhängnisvolle Irrglauben, dass der Brennstoff Gas aufgrund des sauberen Brennverhaltens keinerlei Wartung bedarf, führt jährlich europaweit zu Hunderten von Todesopfern, die im 21. jahrhundert unnötig wären. Zweifelsfrei zeigt sich ein Zusammenhang der Kohlenmonoxidvergiftungen mit der Überwachung durch den Schornsteinfeger und dem Zustand von Feuerungsanlagen in Deutschland. Alle Länder, die spezifiziert die Kohlenmonoxidproblematik ausweisen, haben unabhängig voneinander als Hauptursache des Vergiftungspotenzials die nicht oder nur unsachgemäß gewartete Abgasanlage herausgestellt.

Anmerkung der Redaktion: Seit einiger Zeit erleben wir eine in Fernsehen und Presse geführte Kampagne gegen die Kehr- und Oberwachungspflicht für häusliche Feuerstätten und Lüftungsanlagen, richtiger: gegen die Gebühren hierfür. Es ist zu hoffen, dass die gesetzliche Anforderung in Deutsch­land trestehen bleibt und nicht von Brüssel aus "gekippt" wird. Denn sie entspricht den Sicherheitsanforderungen der Bevölkerung und schützt uns alle vor großen volkswirtschaft­lichen Verlusten. Die Tätigkeit der Schornsteinfegermeister liegt - auch wenn uns das im Einzelfall manchmal anders erscheinen mag - ebenso im Interesses des Ofen- und Luft­heizungsbauer-Handwerks. Der gute Ruf unserer Feuerstätten Kachelofen und offener Kamin beruht u. a. auch auf deren Betriebssicherheit.

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